30.07.26
Gaming auf refurbished Business-Mini-PCs: Ist das überhaupt möglich?
AI MODIFIED Gaming auf refurbished Mini-PCs? Lenovo Tinys, HP EliteDesk Mini und Dell Optiplex Micros sind bekannt als zuverlässige Begleiter im Büro-Alltag. Auch ein als Micro-Server verrichten Sie zuverlässig 24/7 ihren Dienst. Doch lassen sich diese zum PC-Gaming einsetzen? Geht das überhaupt? Erstaunlicherweise ist da weit mehr möglich als man denkt. Es gibt sogar zahlreiche Geräte auf dem Markt, die eine kleine Grafikkarte aufnehmen können und somit selbst moderne AAA-Titel mit einigen Einschränkungen darstellen können. Wir erklären Ihnen, welche PCs dazu die richtigen sind, auf welche Hardware Sie achten sollen und wo die Stolpersteine und Grenzen liegen.
Zusammenfassung - TL;DR
Gebrauchte Business-Mini-PCs taugen durchaus für Gelegenheitsspieler oder eSports-Titel, scheitern allerdings oft an aktuellen AAA-Titeln (zumindest bei hohen Auflösungen und hohem Detail-Level). Unterscheiden muss man zwischen integrierten GPUs (hier gibt es teils deutlichen Abstand zwischen Intel und AMD) sowie dedizierten Grafikkarten. Bei der integrierten Grafik liegt AMD mit Vega- und Radeon-Grafik deutlich vor Intel UHD Graphics, in eSports-Titeln sogar bis zur dreifachen Bildrate. Wer zwei RAM-Module statt eines verbaut, holt bei integrierter Grafik zusätzlich rund 30 Prozent mehr Leistung heraus. Für noch mehr Grafikleistung finden sich unter kompakten Business-Mini-PCs Modelle mit einem internen PCIe-Slot für eine dedizierte Low-Profile-Grafikkarte, etwa bei Lenovo ThinkStation Tiny der P-Serie. Selbst mit einer betagten Intel CPU und ohne Grafikkarte machen die kompakten Rechner als Emulatoren für Retro-Konsolen eine gute Figur.
Das Wichtigste auf einen Blick
- AMD-APUs mit Vega-Grafik erreichen in eSports-Titeln etwa die doppelte bis dreifache Bildrate vergleichbarer Intel-Grafik.
- Zwei RAM-Module statt eines bringen bei integrierter Grafik rund 30 Prozent mehr Grafikleistung.
- Grafisch eher anspruchslose Games wie Roblox, Minecraft (und Luanti), Factorio usw. laufen auch auf Intel UHD Graphics.
- Kompakte Workstations wie Lenovo ThinkStation Tiny der P-Serie bieten einen internen PCIe-Slot für eine Low Profile Grafikkarte.
- 50 Watt TDP & Strombedarf sind in der Regel die Obergrenze für Grafikkarten im 1-Liter-Gehäuse.
- (Retro-)Konsolen-Emulation eröffnet eine breite Palette an möglichen Games, die selbst auf einer Intel UHD Graphics 630 flüssig laufen.
Spielen auf der integrierten Grafiklösung (iGPU) eines Mini-PCs
AI MODIFIED Business-Mini-PCs verzichten in der Regel auf eine dedizierte Grafikkarte (dGPU) und nutzen die in der CPU integrierte GPU-Lösung. Oft sind es Intel UHD GPUs oder AMD Radeon Graphics. Beide sind in ihrer Leistung stark abhängig davon, welcher RAM verbaut wurde und wie dieser konfiguriert wurde (Single- oder Dual-Channel-Modus).
Warum zwei Arbeitsspeichermodule für Spieler Pflicht sind
Integrierte Grafik hat keinen eigenen VRAM. Sie holt sich die nötige Speicherbandbreite aus dem Arbeitsspeicher. Läuft der RAM nur im Single-Channel, also nur mit einem Riegel, dann fehlen der iGPU bis zu 30% an Leistung. Daher ist für Gelegenheitsspieler wichtig, nicht nur, wie viel RAM vorliegt, sondern auch, wie dieser konfiguriert wurde. Prüfen Sie das beim Gebrauchtkauf gezielt, ob man den Arbeitsspeicher für Mini-PCs nachgerüstet bekommt.
Auch der RAM-Takt und der RAM-Typ entscheiden über die Leistung. Gerade bei AMD Ryzen CPUs & APUs können Dual Rank Riegel einen kleinen Leistungsvorteil von 3 bis 5% bedeuten.
Mehr zum Thema RAM-Konfigurationen können Sie im folgenden Artikel bei uns nachlesen: Wie viel RAM brauchen (Mini) PCs, Thin Clients & Laptops - 8, 16 oder 32GB?
Welche Spiele laufen und welche nicht
Auf der integrierten Grafik eines gebrauchten Büro-Rechners laufen in der Regel ältere Spiele oder solche mit geringem Bedarf an Grafikleistung. Hier einige Beispiele:
- eSports-Titel wie CS2, Valorant und Rainbow Six Siege, in reduzierter Auflösung und mit niedrigen Voreinstellungen
- Minecraft und Roblox als typische Einstiegstitel
- Ältere Titel bis etwa zur Generation von GTA V
- Emulation älterer Konsolen bis PlayStation 2, GameCube, Wii und PSP
Nicht spielbar sind aktuelle AAA-Titel wie Call of Duty Black Ops 7, Anno 117, Cyberpunk 2077 oder ARC Raiders.
Intel UHD 630, 750 und 770: Was integrierte Intel-Grafik kann und was nicht
Intel UHD Graphics ist vermutlich eine der am weitesten verbreiteten Grafiklösungen in Mini-PCs. Sie ist einfach bei der Intel-CPU dabei. Dabei gibt es verschiedene Varianten je nach CPU-Generation:
- Intel UHD 630 Graphics: Vorliegend bei Intel 8th, 9th und 10th Gen Prozessoren, jeweils vom i3 bis zum i9. Genügt für einfache Games wie Roblox, Minecraft (ohne Grafik-Mods) in FullHD-Auflösung. Bei deutlich reduzierten Grafikeinstellungen und 720p-Auflösung lassen sich sogar Games wie PUBG, Valorant oder Battlefield 1 ausführen, wie ein YouTube-Video-Review zeigt.
- Intel UHD 730 Graphics: Der Nachfolger der UHD 630, verfügbar bei Intel 11th bis 14th Gen, jeweils beim i3 und dem Einstiegs-i5 wie 11400, 12400 usw. Bietet etwas mehr Leistung als der Vorgänger. Die wichtigste Neuerung ist jedoch der Support für den AV1-Codec, was Game-Streaming wie GeForce NOW oder Steam Remote Play erheblich verbessern kann. Mehr als 720p und geringe Frame-Rates holt man auch hier nicht raus, wie eine YouTube-Review zeigt: Intel UHD 730 in 2023.
- Intel UHD 750 Graphics: Ebenfalls ab der Intel 11th Gen, integriert in CPUs ab dem i5 11500 aufwärts. Bietet mehr Ausführungseinheiten (Execution Units / EUs), daher etwas mehr Leistung. Ermöglicht das Spielen von Skyrim oder CSGO in 1080p bei reduzierten Einstellungen, wie die YouTube-Review von ETA PRIME zeigt.
- Intel UHD 770 Graphics: Nachfolger der UHD 750 GPU. Technisch hat sich hier nicht viel getan. Jedoch profitiert man hier deutlich von der Nutzung des schnelleren DDR5 Arbeitsspeichers, was eine spürbare Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgänger bringt. Dies ermöglicht es, Spiele wie GTA 5, PUBG, Apex Legends usw. in FullHD bei reduzierten Details flüssig laufen zu lassen, wie ein aktueller Test zeigt: Intel UHD 770 Test in 40 Games 2025
Damit werden hier eindeutig die Grenzen gezogen bei der Intel-Grafik: Einfache Games laufen ohne Einschränkungen, ältere AAA-Titel und eSports-Titel bei reduzierten Auflösungen und Details laufen flüssig. Alles darüber hinaus stößt an die Leistungsgrenzen der integrierten Intel-GPUs. Hier eine Leistungseinordnung:
| Intel UHD 630 | Intel UHD 730 | Intel UHD 750 | Intel UHD 770 | |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl an EUs (Execution Units) | 32 | 24 | 32 | 32 |
| PassMark Score (Benchmark) | 1227 | 1542 | 1685 | 1909 |
Quelle: PassMark-Videocard-Benchmarks für Intel UHD Graphics
Welche Business-Mini-PCs sind mit Intel UHD-Graphics ausgestattet?
Hier einige Beispiele:
- Intel UHD 630: Lenovo ThinkCentre M720q / M920q Tiny, HP EliteDesk 800 G4 / G5 / G6 Mini, Dell Optiplex 3060 / 5060 / 7070 Micro, Fujitsu Esprimo Q558 und Q958
- Intel UHD 730 / 750: Lenovo M70q Tiny Gen 2, Dell Optiplex 5090 / 7090 Micro, HP EliteDesk 800 G8 Mini, Fujitsu Esprimo G5011
- Intel UHD 730 / 770: Lenovo ThinkCentre M90q Tiny Gen 3, Dell Optiplex 5000 / 7000 Micro, HP EliteDesk 800 G9 Mini
AMD als Alternative: Vega-Grafik statt Intel UHD Graphics
Integrierte Grafiklösungen in AMD Ryzen APUs sind denen der Intel UHD Graphics in der Regel deutlich überlegen. Jedoch hat AMD einen kleinen Dschungel an möglichen iGPUs erschaffen. Nicht nur, dass beinahe bei jeder Generation an Hardware was Neues kommt, auch gibt es je nachdem, ob ein Ryzen 3, 5 oder 7 verbaut ist, eine jeweils stärkere GPU-Lösung. Teils deutliche Leistungsunterschiede gibt es je nachdem, ob eine 35W TDP CPU verbaut wurde oder eine mit 65W TDP. Denn den größeren "Spielraum" was die Leistung angeht, nutzen die CPU und iGPU gemeinsam. Je mehr "Luft nach oben" besteht, desto mehr Spieleleistung liefern diese.
So bietet ein Ryzen 5 4650G (65W TDP) etwas mehr an Grafikleistung als ein Ryzen 5 4650GE (35W TDP). Die 65W-Versionen gibt es allerdings fast ausschließlich in den HP EliteDesk-Mini Serien 705 bzw. 805.
Hier ein Beispiel, wie sich die TDP-Grenze auf die Leistung der Ryzen iGPUs in Mini-PCs auswirkt:
| Ryzen 3 PRO 4350GE 35W-TDP | Ryzen 3 PRO 4350G 65W-TDP | Ryzen 5 PRO 4650GE 35W-TDP | Ryzen 5 PRO 4650G 65W-TDP | Ryzen 7 PRO 4750G 65W-TDP | |
|---|---|---|---|---|---|
| PassMark Score (Benchmark) | 1944 | 2050 | 2169 | 2374 | 2545 |
Quelle: PassMark-Benchmark Ryzen Pro 3 bis 7 AMD Zen 2 CPUs
Es wird deutlich, dass die AMD Ryzen iGPUs bereits bei einem Ryzen 3 den mitgelieferten Intel-Lösungen eines i5 oder i7 mindestens ebenbürtig sind.
Der iGPU-Test von ComputerBase zeigt deutlich:
- Valorant in 1080p erreichte Low 142,3 FPS auf Vega 8 (Ryzen 7 5700G) und 131,6 FPS auf Vega 7 (Ryzen 5 5600G), gegenüber 57,5 FPS auf Intel UHD 750
- Fortnite lag bei 77,1 FPS (Ryzen 7 5700G) bzw. 72,5 FPS (Ryzen 5 5600G) gegenüber 28,6 FPS (Intel UHD 750)
- Rainbow Six Siege bei 65,6 FPS (Ryzen 7 5700G) gegenüber 34,7 FPS (Intel UHD 750)
Bei neueren Generationen, z.B. mit Radeon 740M (und besser), wird der Abstand nochmals größer. AMD hat hier nicht zuletzt dank Gaming-optimierter Treiber die Nase vorn.
Hier ist eine Übersicht der AMD Ryzen Prozessoren und der zugehörigen iGPUs, die man in refurbished Business-Mini-PCs antrifft:
| AMD APU | Markt- einführung | TDP | iGPU | Kerne / Threads | RAM-Support | Gaming- Review |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 3 PRO 2200GE | 2018 | 35W | Vega 8 | 4 / 4 | DDR4-2933 | YouTube-Review 2200GE |
| Ryzen 3 PRO 2200G | 2018 | 65W | Vega 8 | 4 / 4 | DDR4-2933 | YouTube-Review 2200G |
| Ryzen 5 PRO 2400GE | 2018 | 35W | Vega 11 | 4 / 8 | DDR4-2933 | YouTube-Review 2400GE |
| Ryzen 5 PRO 2400G | 2018 | 65W | Vega 11 | 4 / 8 | DDR4-2933 | YouTube-Review 2400G |
| Ryzen 3 PRO 3200GE | 2019 | 35W | Vega 8 | 4 / 4 | DDR4-2933 | - |
| Ryzen 3 PRO 3200G | 2019 | 65W | Vega 8 | 4 / 4 | DDR4-2933 | YouTube-Review 3200G |
| Ryzen 5 PRO 3400GE | 2019 | 35W | Vega 11 | 4 / 8 | DDR4-2933 | YouTube-Review 3400GE |
| Ryzen 5 PRO 3400G | 2019 | 65W | Vega 11 | 4 / 8 | DDR4-2933 | YouTube-Review 3400G |
| Ryzen 3 PRO 4350GE | 2020 | 35W | Vega 6 | 4 / 8 | DDR4-3200 | YouTube-Review 4350GE |
| Ryzen 3 PRO 4350G | 2020 | 65W | Vega 6 | 4 / 8 | DDR4-3200 | YouTube-Review 4350G |
| Ryzen 5 PRO 4650GE | 2020 | 35W | Vega 7 | 6 / 12 | DDR4-3200 | YouTube-Review 4650GE |
| Ryzen 5 PRO 4650G | 2020 | 65W | Vega 7 | 6 / 12 | DDR4-3200 | YouTube-Review 4650G |
| Ryzen 7 PRO 4750GE | 2020 | 35W | Vega 8 | 8 / 16 | DDR4-3200 | YouTube-Review 4750GE |
| Ryzen 7 PRO 4750G | 2020 | 65W | Vega 8 | 8 / 16 | DDR4-3200 | YouTube-Review 4750G |
| Ryzen 3 PRO 5350GE | 2021 | 35W | Vega 6 | 4 / 8 | DDR4-3200 | YouTube-Review 5350GE |
| Ryzen 3 PRO 5350G | 2021 | 65W | Vega 6 | 4 / 8 | DDR4-3200 | YouTube-Review 5350G |
| Ryzen 5 PRO 5650GE | 2021 | 35W | Vega 7 | 6 / 12 | DDR4-3200 | - |
| Ryzen 5 PRO 5650G | 2021 | 65W | Vega 7 | 6 / 12 | DDR4-3200 | YouTube-Review 5650G |
| Ryzen 7 PRO 5750GE | 2021 | 35W | Vega 8 | 8 / 16 | DDR4-3200 | - |
| Ryzen 7 PRO 5750G | 2021 | 65W | Vega 8 | 8 / 16 | DDR4-3200 | YouTube-Review 5750G |
| Ryzen 3 PRO 8300GE | 2024 | 35W | Radeon 740M | 4 / 8 | DDR5-5200 | YouTube-Review 8300GE |
| Ryzen 3 PRO 8300G | 2024 | 65W | Radeon 740M | 4 / 8 | DDR5-5200 | YouTube-Review 8300G |
| Ryzen 5 PRO 8500GE | 2024 | 35W | Radeon 740M | 6 / 12 | DDR5-5200 | - |
| Ryzen 5 PRO 8500G | 2024 | 65W | Radeon 740M | 6 / 12 | DDR5-5200 | YouTube-Review 8500G |
| Ryzen 5 PRO 8600GE | 2024 | 35W | Radeon 760M | 6 / 12 | DDR5-5200 | - |
| Ryzen 5 PRO 8600G | 2024 | 65W | Radeon 760M | 6 / 12 | DDR5-5200 | YouTube-Review 8600G |
| Ryzen 7 PRO 8700GE | 2024 | 35W | Radeon 780M | 8 / 16 | DDR5-5200 | - |
| Ryzen 7 PRO 8700G | 2024 | 65W | Radeon 780M | 8 / 16 | DDR5-5200 | YouTube-Review 8700G |
Hinweis zu den Gaming-Reviews der Tabelle:
- Die AMD Ryzen APUs liegen in einer "PRO"-Version (z.B. Ryzen 5 PRO 5650G) und in einer Non-PRO-Variante (z.B. Ryzen 5 4600G) vor. Die jeweils verbaute Vega-Grafik ist dabei gleich.
- Die Pro-Features beziehen sich auf die Fernverwaltungs- und Sicherheitsfeatures für Business-Kunden und haben auf die Gaming-Performance keinen Einfluss. Daher sind die Benchmark- und Test-Ergebnisse jeweils übertragbar.
Welche Business-Mini-PCs werden mit AMD-CPUs ausgeliefert?
Hier sind einige der bekanntesten Beispiele, welche mit den AMD CPUs aus der vorhergehenden Tabelle ausgeliefert werden:
- Lenovo: ThinkCentre M715q Tiny Serie und deren Nachfolger die ThinkCentre M75q Tiny Serie.
- HP: EliteDesk 705 Mini Mini Serie und deren Nachfolger die EliteDesk 805 Mini Serie, ebenso die kompakten Rechner der ProDesk 405 Reihe.
- Dell: Dell Pro Micro (z.B. Modell QCM1255). Dell hatte bis kürzlich einen starken Fokus auf Intel-CPUs, daher sind die AMD-Varianten noch rar in deren Portfolio.
Dedizierte Grafikkarten in einem 1L-Mini-PC: Ist das möglich?
AI MODIFIED Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst unter solch kompakten refurbished Mini-PCs finden sich einige Modelle, die eine dedizierte Grafikkarte aufnehmen können. Dabei handelt es sich um ein spezielles Low-Profile Format im Single-Slot-Design. Die Grafikkarten stammen meist aus NVIDIAs Professional-Serie (ehemals Quadro). Die Größe ist dabei mehr oder minder genormt, weshalb diese Karten nicht nur in sehr enge SFF-PC-Gehäuse passen, sondern auch in dafür vorgesehene Mini-PCs.
Eine weitere Klasse von kleinen Rechnern mit Grafikkarte sind kompakte Workstations. Diese platzieren sich zwischen den 1L-Minis und den SFF-Computer-Gehäusen. Sie können in der Regel eine Low-Profile-Dual-Slot-GPU aufnehmen. Auch hier gelten gewisse Größen-Beschränkungen, die nur von Professional-GPUs erfüllt werden (z.B. NVIDIA RTX 2000 Ada, Intel Arc Pro B50).
Welcher refurbished Business-Mini-PC kann eine Grafikkarte aufnehmen?
| System | Markt- einführung | CPU-Generation | Max. aufnehmbare GPU (gemäß Datenblatt) | Slot-/Bauform | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Lenovo ThinkCentre M720q Tiny | 2018 | Intel Core 8./9. Gen | keine gelistet | PCIe Gen3 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M720q Tiny |
| Lenovo ThinkCentre M910x Tiny | 2017 | Intel Core 6./7. Gen | AMD Radeon RX 460 4 GB | PCIe Gen3 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M910x Tiny |
| Lenovo ThinkCentre M920q Tiny | 2018 | Intel Core 8./9. Gen | keine gelistet | PCIe Gen3 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M920q Tiny |
| Lenovo ThinkCentre M920x Tiny | 2018 | Intel Core 8./9. Gen | AMD Radeon RX 560 4 GB | PCIe Gen3 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M920x Tiny |
| Lenovo ThinkCentre M90q Gen 1 Tiny | 2020 | Intel Core 10. Gen | keine gelistet | PCIe Gen3 x8, nur Lenovo-Karten | Lenovo PSREF M90q Tiny Gen1 |
| Lenovo ThinkCentre M90q Gen 2 Tiny | 2021 | Intel Core 10. / 11. Gen | keine gelistet | PCIe Gen4 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M90q Tiny Gen2 |
| Lenovo ThinkCentre M90q Gen 3 Tiny | 2022 | Intel Core 12. Gen | keine gelistet | PCIe Gen4 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M90q Tiny Gen3 |
| Lenovo ThinkCentre M90q Gen 4 Tiny | 2023 | Intel Core 13. Gen | keine gelistet | PCIe Gen4 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M90q Tiny Gen4 |
| Lenovo ThinkCentre M90q Gen 5 Tiny | 2024 | Intel Core 13. / 14. Gen | keine gelistet | PCIe Gen4 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF M90q Tiny Gen5 |
| Lenovo ThinkStation P320 Tiny | 2017 | Intel Core 6./7. Gen | Quadro P600 2 GB | PCIe Gen3 x8, nur Lenovo-Karten | Lenovo PSREF P320 Tiny |
| Lenovo ThinkStation P330 Tiny | 2018 | Intel Core 8./9. Gen | Quadro P1000 4 GB | PCIe Gen3 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF P330 Tiny |
| Lenovo ThinkStation P340 Tiny | 2020 | Intel Core 10. Gen | NVIDIA T1000 8 GB | PCIe Gen3 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF P340 Tiny |
| Lenovo ThinkStation P350 Tiny | 2021 | Intel Core 10./11. Gen | NVIDIA T1000 8 GB | PCIe Gen4 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF P350 Tiny |
| Lenovo ThinkStation P360 Tiny | 2022 | Intel Core 12. Gen | NVIDIA T1000 8 GB | PCIe Gen4 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF P360 Tiny |
| Lenovo ThinkStation P3 Tiny Gen1 | 2023 | Intel Core 13./14. Gen | RTX A1000 8 GB | PCIe Gen4 x8, Low profile, Single-Slot | Lenovo PSREF P3 Tiny Gen1 |
| HP Z2 Mini G3 | 2016 | Intel Core 6./7. Gen | Quadro M620 2 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs Z2 Mini G3 |
| HP Z2 Mini G4 | 2018 | Intel Core 8./9. Gen | Quadro P1000 4 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs Z2 Mini G4 |
| HP Z2 Mini G5 | 2020 | Intel Core 10. Gen | Quadro RTX 3000 6 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs Z2 Mini G5 |
| HP EliteDesk 705 G5 Mini | 2019 | AMD Ryzen 3000 / Zen 1+ | AMD Radeon RX 560X 4 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs 705 G5 Mini |
| HP EliteDesk 800 G5 Mini | 2019 | Intel Core 9. Gen | AMD Radeon RX 560X 4 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs 800 G5 Mini |
| HP EliteDesk 800 G6 Mini | 2020 | Intel Core 10. Gen | GTX 1660 Ti 6 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs 800 G6 Mini |
| HP EliteDesk 800 G8 Mini | 2021 | Intel Core 11. Gen | GTX 1660 Ti 6 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs 800 G8 Mini |
| HP EliteDesk 805 G6 Mini | 2020 | AMD Ryzen 4000 / Zen 2 | GTX 1660 Ti 6 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs 805 G6 Mini |
| HP EliteDesk 805 G8 Mini | 2021 | AMD Ryzen 5000 / Zen 3 | GTX 1660 Ti 6 GB | MXM-Slot | HP QuickSpecs 805 G8 Mini |
| Dell Optiplex 7090 Micro | 2021 | Intel Core 10./11. Gen | AMD Radeon RX 640 | PCIe Gen3 x16 (x8), Low Profile, Single-Slot | Dell Support 7090 Micro |
Hinweise zu der Tabelle:
- Bei den Lenovo Tinys M720q & M920q liegt zwar ein PCIe-Slot vor, doch das nötige Lüftungsgitter fehlt im Gehäusedeckel. Die Geräte überhitzen sehr schnell mit einer dGPU.
- Die Lenovo Tiny M90q-Serie entspricht in Ihren GPU-Aufrüstmöglichkeiten der ThinkStation Tiny P-Serie, wird jedoch vom Werk aus nie mit Grafikkarten ausgeliefert.
- Bei den Lenovo P320 & M910x Tinys wird eine spezielle Kühllösung verwendet: Dabei kühlt der CPU-Lüfter die Grafikkarte mit. Die verbauten GPUs haben keinen eigenen Lüfter.
- Die EliteDesk Minis sind bedingt aufrüstbar. Die dGPUs darin haben proprietäres Format und sind auf dem freien Markt kaum erhältlich. Wenn, dann sollte man eher nach einem Angebot Ausschau halten, bei dem die Grafikkarte bereits verbaut ist. Ähnlich ist es bei den HP Z2 Minis G3 bis G5.
- Beim Dell OptiPlex 7090 Micro ist der PCIe-Slot auf dem Mainboard optional, daher nicht zwingend ausgestattet.
Die Leistungsklassen: 30, 50 oder 70 Watt
Die potenziellen Grafikkarten für Mini-PCs haben 3 verschiedene Leistungsklassen:
- 30 bis 40 Watt (z.B. Quadro P400, P620, T600): Anzeige- und Multi-Monitor-Karten, ermöglichen den Betrieb von bis zu vier 4K-Anzeigen, Gaming-Einsatz ist eingeschränkt bei FHD-Auflösungen möglich.
- 50 Watt (z.B. Quadro P1000, RTX A1000, RX 6400): Die allgemeine Obergrenze im 1-Liter-Tiny-Gehäuse. Auch hier beschränkt man sich vor allem auf FHD-Gaming und ältere AAA-Titel.
- 70 Watt (z.B. RTX 2000 Ada, RTX 4000 SFF Ada, Intel Arc Pro B50): Nur in PCIe-Dual-Slot-fähigen Mini-Workstations. Durchaus fürs Gaming bei QHD-Auflösungen zu gebrauchen, vor allem bei eSports und älteren Games.
Ein PCIe-x16-Steckplatz sollte gemäß Spezifikation bis zu 75 Watt liefern, ohne auf einen zusätzlichen Stromstecker angewiesen zu sein. Im Mini-PC begrenzen zusätzlich das externe Netzteil (je nach Modell 135 bis 300 Watt), die CPU-Leistungsaufnahme (35-65W) und vor allem die Kühlung die verfügbare Leistung. Real bleiben oft nur 45 bis 50 Watt übrig. Die 75 Watt des PCIe-Standards stehen daher nicht immer zur Verfügung. Teilweise wird, zur Sicherstellung des stabilen Betriebs, der PCIe-Slot über die Firmware auf 50W "gedeckelt". Deshalb listen die Hersteller im Tiny-Format keine GPUs oberhalb der 50 Watt Leistungsaufnahme.
Alle Karten in der folgenden Tabelle haben Low-Profile-Bauhöhe und beziehen ihren Strom ausschließlich über den PCIe-Steckplatz. Passende gebrauchte Grafikkarten finden Sie direkt bei uns.
AI MODIFIED Low-Profile-Grafikkarten für Mini-PCs mit ca. 1L Volumen:
Die nachfolgenden Grafikkarten-Modelle erfüllen die notwendigen Anforderungen, um in kleinen Business-PCs oder kompakten Workstations verbaut zu werden. Jedoch passt nicht jede der Grafikkarten in jeden Mini-PC. Einige davon benötigen mehr als 50W an Leistung vom PCIe-Slot. Andere wiederum haben eine etwas längere Platine oder Lüfter-Kühler-Gehäuse, was z.B. mit dem Haltern interner Wifi-Antennen einiger Lenovo Tiny PCs kollidiert (dieser kann aber abgebaut werden).
Single Slot Low Profile Grafikkarten von NVIVIDA (GT, Quadro und RTX)
| Karte | Markt- einführung | VRAM | Leistungs- aufnahme | PCIe-Standard | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| NVIDIA Quadro P400 | 2017 | 2 GB GDDR5 | 30 W | PCIe 3.0 | NVIDIA Datenblatt Quadro P400 |
| NVIDIA Quadro P600 | 2017 | 2 GB GDDR5 | 40 W | PCIe 3.0 | NVIDIA Datenblatt Quadro P600 |
| NVIDIA Quadro P1000 | 2017 | 4 GB GDDR5 | 47-50 W | PCIe 3.0 | NVIDIA Datenblatt Quadro P1000 |
| NVIDIA GT 1030 | 2017 | 2 GB GDDR5 | 20 W | PCIe 3.0 | PNY Datasheet GT 1030 |
| NVIDIA Quadro P620 | 2018 | 2 GB GDDR5 | 40 W | PCIe 3.0 | NVIDIA Datenblatt Quadro P620 |
| NVIDIA T400 | 2021 | 2 / 4 GB GDDR6 | 40 W | PCIe 3.0 | NVIDIA Datenblatt T400 |
| NVIDIA T600 | 2021 | 4 GB GDDR6 | 40 W | PCIe 3.0 | NVIDIA Datenblatt T600 |
| NVIDIA T1000 | 2021 | 4 / 8 GB GDDR6 | 50 W | PCIe 3.0 | PNY Datasheet T1000 |
| NVIDIA RTX A400 | 2024 | 4 GB GDDR6 | 50 W | PCIe 4.0 | PNY Datasheet RTX A400 |
| NVIDIA RTX A1000 | 2024 | 8 GB GDDR6 | 50 W | PCIe 4.0 | PNY Datasheet RTX A1000 |
| NVIDIA RTX 2000E Ada | 2024 | 16 GB GDDR6 | 50 W | PCIe 4.0 | PNY Datasheet RTX 2000E Ada |
Single Slot Low Profile Grafikkarten von AMD (RX und WX)
| Karte | Markt- einführung | VRAM | Leistungs- aufnahme | PCIe-Standard | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| AMD Radeon R7 450 (OEM) | 2016 | 2 / 4 GB GDDR5 | 65 W | PCIe 3.0 | technical.city Radeon R7 450 OEM |
| AMD Radeon Pro WX 4100 | 2016 | 4 GB GDDR5 | 50 W | PCIe 3.0 | AMD Produktseite Radeon Pro WX 4100 |
| AMD Radeon RX 460 (LP) | 2017 | 2 / 4 GB GDDR5 | 75 W | PCIe 3.0 | TechPowerUp GPU-DB XFX RX 460 Slim OC |
| AMD Radeon 540 (OEM) | 2017 | 1 GB GDDR5 | 50 W | PCIe 3.0 | technical.city Radeon 540 |
| AMD Radeon RX 550 (LP) | 2017 | 2 / 4 GB GDDR5 | 50 W | PCIe 3.0 | VisionTek Produktseite RX 550 4M |
| AMD Radeon RX 560 (OEM) | 2017 | 4 GB GDDR5 | 50 W | PCIe 3.0 | VisionTek Produktseite RX 560 2M |
| AMD Radeon Pro WX 2100 | 2017 | 2 GB GDDR5 | 35 W | PCIe 3.0 | AMD Produktseite Radeon Pro WX 2100 |
| AMD Radeon RX 640 (OEM) | 2019 | 4 GB GDDR5 | 50 W | PCIe 3.0 | Dell Service-Manual PDF OptiPlex 7080 SFF |
| AMD Radeon Pro WX 3200 | 2019 | 4 GB GDDR5 | 50 W | PCIe 3.0 | AMD Produktseite Radeon Pro WX 3200 |
| AMD Radeon RX 6400(LP) | 2022 | 4 GB GDDR6 | 53 W | PCIe 4.0 | AMD Produktseite RX 6400 |
Single Slot Low Profile Grafikkarten von Intel (Arc & Arc Pro)
| Karte | Markt- einführung | VRAM | Leistungs- aufnahme | PCIe-Standard | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Intel Arc A310 (LP) | 2022 | 4 GB GDDR6 | 75 W | PCIe 4.0 | Intel Datenblatt Arc A310 |
| Intel Arc Pro A40 | 2022 | 6 GB GDDR6 | 50 W | PCIe 4.0 | Intel Datenblatt Arc Pro A40 |
Typische Stolpersteine, an denen die meisten GPU-Aufrüstungen in Mini-PCs scheitern
Das Gerät passt, die Karte ist bestellt. Und dann? In der Praxis scheitern die Umbauten an denselben vier Stellen:
1. Kühlung ist unzureichend
Ein Umbaubericht auf stfn.pl berichtet an einem anschaulichen Beispiel, wie eine 50-Watt-Karte (Quadro T1000) den ThinkCentre M720q unter Last abschaltete. Schuld waren die hohen Temperaturen. Gelöst wurde das mit zusätzlicher Belüftung von außen. Die Kühler der Workstation-Karten sind für belüftete Gehäuse ausgelegt, nicht für ein geschlossenes 1-Liter-Gehäuse. Den Tinys P320, M720q und M920q fehlt der zusätzliche Lufteinlass für den Grafikkarten-Lüfter im Gehäusedeckel, welcher wiederum beim M920x und P330 Tiny vorliegt. Daher überhitzen die kleinen Geräte schnell bei geschlossenem Gehäuse. In der DiY- & Home-Lab-Community wurden daher zahlreiche modifizierte Gehäusedeckel für den 3D-Druck entworfen.
2. Netzteil unzureichend: Plötzliches Abschalten bei Lastspitzen
Schaltet sich der Rechner unter Last ab, liegt es meist an kurzzeitigen Spitzen auf der 12-Volt-Schiene. Entweder ist das Netzteil nicht ausreichend dimensioniert (z.B. bei Lenovo Tiny mind. 135W nötig) oder es handelt sich um ein Drittanbieter-Netzteil, welches die Lastspitzen nicht abfangen kann. Teilweise liegt ein defektes Netzteil vor.
3. Falscher Riser beim Lenovo Tiny
Die Riser für die Lenovo Tinys sehen sich ähnlich, sind jedoch verschieden und nur mit bestimmten Generationen der Lenovo Mini-PCs kompatibel. Achten Sie unbedingt auf die richtige Ersatzteilnummer.
- M720q, M920q, M920x, P330 - 01AJ940
- M90q, M90q Gen2, P340, P350 - 5C50W00877
- M90q Gen3+, P360, P3 Tiny - 5C50W00910 oder 5C50W00933
4. Fehlender Support für "Re-Size BAR" (ReBAR) im BIOS, ein Problem für Intel dGPUs
Aufgrund gewachsener Strukturen in der PC-Technik versenden GPUs in der Regel Daten in max. 256-MB-großen Blöcken. Das ist eine Einschränkung, mit der NVIDIA und AMD gelernt haben zu leben. Intel, als Neueinsteiger im dGPU-Markt, verzichtete mit seinem GPU-Debüt 2022 auf die alte Einschränkung (was sowohl hardwareseitig als auch bei den Treibern die GPUs vereinfacht). Benötigt jedoch für den uneingeschränkten Betrieb die Option "ReBAR" / Re-Size BAR im BIOS, welche die Limitierung deaktiviert.
Fehlt die Option im BIOS, was bei älteren Systemen in der Regel der Fall ist, reduziert sich die Leistung der Intel-Grafikkarte (z.B. A40) um 30-50% beim Gaming. In einigen Fällen wurde diese Option als BIOS-Update nachgereicht, jedoch in der Regel erst bei Systemen ab Intel 12th Gen CPU und neuer.
Konsolen-Emulation: Wo alte Business-Hardware wirklich glänzt
AI MODIFIED Bei Konsolen-Emulationen entfalten gebrauchte Business-Mini-PCs ihr ganzes Potenzial im Bereich Gaming. Für erstaunlich kleine Preise bekommt man hier eine vielseitige Retro-Konsole für das Wohnzimmer.
Selbst mit einer integrierten Intel-UHD-Grafik (630 bis 770) laufen bekannte Klassiker von der PlayStation 2 über dem GameCube bis zur Wii im Handumdrehen auf dem Bildschirm. Bei nativer Auflösung laufen die meisten Titel absolut flüssig: Wählen Sie in den Grafik-Einstellungen von Emulatoren wie PCSX2 oder Dolphin einfach DirectX 11/12 oder Vulkan, um maximale Performance aus den Intel-Treibern herauszuholen. Für noch anspruchsvollere Systeme wie die PlayStation 3 stoßen die integrierten Intel-Chips zwar an ihre Grenzen, doch für klassisches Retro-Gaming älterer Konsolen-Generationen bieten sie ausreichend Leistung.
Mit den AMD-Ryzen-Prozessoren mit integrierter Radeon-Vega-Grafik spielt man hier nochmals einen Trumpf aus: Da neuere Konsolen, wie die PlayStation 4 auf verwandter AMD-Hardware basieren, harmonieren Emulatoren und Grafikschnittstellen hier perfekt. Wie die YouTube-Review "ShadPS4 on Ryzen 5 5600G" zeigt, laufen bei reduzierten Details selbst PlayStation 4 Games auf einem AMD-Zen3-PC. Dank herausragender Vulkan-Performance geben diese APUs Klassiker von der PS2 oder den GameCube mühelos in 1080p / Full-HD aus. Mit zwei RAM-Riegel im Dual-Channel-Betrieb, hat man genug RAM-Speicherbandbreite, um ausgewählte Titel der PlayStation 3 auf Emulatoren flüssig laufen zu lassen.
Mit einer günstigen Low-Profile-Profikarte wie der NVIDIA Quadro P620, NVIDIA T400 oder NVIDIA RTX A400 setzt man noch eins drauf. Eigener, dedizierter GDDR-Grafikspeicher entlastet den Hauptspeicher komplett, sodass Sie PS3-, GameCube- und sogar Wii-U-Highlights in 1080p oder ermöglicht 2K mit hochaufgelösten Textur-Packs.
Kaufcheckliste: Worauf Sie vor dem Kauf achten
Wer einen Business-PC zum Gaming kauft, klärt neun Punkte vorher:
- Ist ein nutzbarer PCIe-Steckplatz vorhanden (Modellzuordnung aus der Tabelle)?
- Ist die Riser-Karte beim Angebot dabei oder müssen Sie sie separat beschaffen?
- Sind zwei Speichermodule verbaut oder nur eines?
- Intel-Grafik oder AMD-APU, und passt das zu Ihrer Spieleauswahl?
- Welche Netzteilgröße liegt bei?
- Ist eine 35-Watt- oder eine 65-Watt-CPU im kompakten Rechner verbaut?
- Passt die geplante Karte zur Leistungsklasse des PCIe-Slots beim Mini-PC?
- Sind Zustand und Garantie ausgewiesen?
- Haben Sie Ihre Wunschspiele mit der Leistungsübersicht abgeglichen?
Bei unseren refurbished HP Mini PCs, Lenovo Tinys und Dell OptiPlex Micro ist die Ausstattung für jedes Gerät ausgewiesen. Wer einen Mini-PC zum Zocken sucht, sieht damit vor dem Kauf, was drinsteckt.
Fazit
Wie man sieht, ist ein refurbished Gaming-Mini-PC keinesfalls ein Widerspruch. Man muss sich nur vorab die Grenzen des Möglichen abstecken. Reicht die integrierte GPU nicht aus, kann man mit einer dedizierten Grafikkarte nachhelfen. So wird aus einem ausrangierten Office-PC oder Home-Office-Rechner eine kleine Gaming-Konsole fürs Wohnzimmer. Wer einen Gaming Mini-PC refurbished kaufen möchte, sollte dabei vor allem auf RAM-Konfiguration, GPU-Kompatibilität und Kühlung achten. Dann steht dem Spielespaß auch mit gebrauchter Business-Hardware im Mini-PC-Format nichts mehr im Wege.
FAQ rund um das Thema Gaming auf Mini-PCs
Weiterführende Links rund um refurbished Mini-PCs:
- Refurbished Lenovo Mini PCs kaufen - Ein Überblick
- Refurbished HP Mini-PCs kaufen - Überblick über ProDesk, EliteDesk & Z2 Mini
- Mini PC als Home-Server: Refurbished Business-PCs als günstige Server-Alternative
- HP EliteDesk 705 vs. 805 Mini PC: Zeit für ein Upgrade?
- Vergleich der Lenovo Mini PCs: ThinkCentre M70q vs. M75q vs. M90q
- Lenovo ThinkCentre Tiny M720q vs. M920q vs. M920x