02.07.26
Lenovo ThinkCentre Tiny M700 vs M710q vs M720q - Der Beste fürs Home-lab?
AI MODIFIED Die Mini PC Modelle der Lenovo ThinkCentre Tiny M700, M710 und M720 sind auf dem Gebrauchtmarkt für IT-Hardware weit verbreitet. Je nach Prozessor, RAM, SSD, Zubehör und Zustand liegen gebrauchte Lenovo Tinys häufig im unteren bis mittleren dreistelligen Preisbereich. Das macht sie zu einem attraktiven Einstieg für den Aufbau eines eigenen Micro-Servers. Besonders einer davon ist mittlerweile einer der Lieblinge der Home-Lab-Community. Doch welcher ist der Richtige für Ihren Einsatzzweck? Und wie vermeidet man dabei einen teuren Fehlkauf? Wir helfen Ihnen, den Durchblick zu behalten.
Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung zu unserer umfangreichen Lenovo Tiny PC Übersicht und als Fortsetzung des Vergleichs zwischen den Mx10 Tinys und Gegenüberstellung der Lenovo Mx20 Mini PC Serien. Dieser Ratgeber ist bewusst kein Windows-Desktop-Vergleich, sondern richtet sich an Home-Lab- und DIY-Vorhaben.
Zusammenfassung - TL;DR
Lenovo ThinkCentre Tiny M700, M710 und M720 sind drei aufeinanderfolgende, günstige Mini PC-Generationen auf dem refurbished Mini PC Markt. Der M700 ist der preisgünstigste Einstieg für z.B. Home Assistant, der M710 der Sweetspot mit NVMe-fähigem Storage, der M720q der Alleskönner mit PCIe-Erweiterungsslot für kleine GPUs oder Netzkarten im DIY-Firewall-Einsatz.
Das Wichtigste auf einen Blick
- M700: nur M.2-SATA, kein NVMe, dafür der günstigste Einstieg der Serie
- M710: SATA oder NVMe möglich und Intel 7. Generation
- M720: einziges Modell mit PCIe-3.0-x8-Erweiterungsslot
- Alle drei Generationen sind bei offiziell 32 GB RAM gedeckelt, aus Praxis-Erfahrungen sind 64 GB RAM möglich
- Geschätzte Stromkosten im Dauerbetrieb (Server) liegen bei: rund 50 bis 75 Euro pro Jahr
- 12 Monate Garantie bei RAM-König auf alle drei Generationen
Schnellüberblick - M700, M710 und M720 im direkten Vergleich
AI MODIFIED Alle drei Generationen sind offiziell mit maximal 32 GB RAM im Datenblatt geführt. Dies liegt teils daran, dass bei Release noch keine DDR4 SO-DIMM 32 GB Riegel verfügbar waren. Erfahrungswerte aus der Community zeigen, dass man bei den Tinys bis zu 64 GB RAM aufrüsten kann. Weitere Unterschiede finden sich bei der CPU-Leistung, den integrierten M.2-Storage-Optionen und der generellen Erweiterbarkeit.
| Modell | CPU-Generation | Max. Kerne/Threads | RAM max. + max. Takt | M.2-Storage | PCIe-Slot |
|---|---|---|---|---|---|
| M700 Tiny (2016) | 6. Gen Skylake | 4/8 | 64 GB DDR4-2133 | Nur SATA | Keiner |
| M710 Tiny (2017) | 6.-7. Gen Skylake-Kaby Lake | 4/8 | 64 GB DDR4-2400 | SATA oder NVMe (PCIe 3.0 x4) | Keiner |
| M720 Tiny (2018/2019) | 8.-9. Gen Coffee Lake | 8/16 | 64 GB DDR4-2666 | SATA oder NVMe (PCIe 3.0 x4) | PCIe 3.0 x8 (belegt 2,5"-Bay) |
Achten Sie bei Ihrer finalen Wahl besonders auf die drei Spalten für den M.2-Storage-Typ, den Erweiterungsslot und die CPU-Kerne. Ein fehlender NVMe-Support oder ein nicht vorhandener PCIe-Slot lässt sich im Nachhinein nicht per Software umgehen.
Quellen: Offizielle Datenblätter
- Datenblatt - Lenovo ThinkCentre M700 Tiny (PSREF, Englisch)
- Datenblatt - Lenovo ThinkCentre M710 Tiny (PSREF, Englisch)
- Datenblatt - Lenovo ThinkCentre M720 Tiny (PSREF, Englisch)
Was ist der Lenovo ThinkCentre Tiny - und warum eignet er sich fürs Homelab?
Viele Kunden fragen uns, ob solch ein refurbished Lenovo Mini PC überhaupt für den 24/7-Einsatz im Home-Lab geeignet ist. Die Antwort lautet eindeutig: Ja.
Lenovo hat diese kompakten Rechner ursprünglich für den Alltags- und Dauerbetrieb in großen Unternehmen entwickelt. Ein Mini PC im Home-Lab profitiert spürbar von dieser robusten Enterprise-Qualität. Ein professionell geprüfter Rechner und eine Händlergarantie, wie aus unserem Sortiment, reduzieren das Ausfallrisiko gegenüber einem privaten Gebrauchtkauf.
Wenn Sie eine ausführliche Anleitung zur Home-Server-Einrichtung suchen, finden Sie diese in unserem speziellen Ratgeber.
CPU-Generationen im Vergleich - Skylake, Kaby Lake und Coffee Lake
M700 - Intel 6. Generation (Skylake)
AI MODIFIED Der M700 arbeitet mit Prozessoren der Intel 6. Generation. Das Spektrum reicht hier vom Pentium G4400T bis hin zum Core i7-6700T. Die CPUs bieten maximal 4 Kerne und 8 Threads. Mit dem verbauten Intel B150-Chipsatz und DDR4-2133 Speicher erhalten Sie hier eine solide Basis. Für Home Assistant OS und eine einzelne kleine Zusatzanwendung wie Pi-hole oder WireGuard reicht diese Leistung vollkommen aus. Auch das Hosten kleinerer (oder headless) Linux VMs ist hier möglich. Preislich stellt dieses Modell den attraktivsten Einstieg der Serie dar.
M710 - Intel 6./7. Generation (Skylake/Kaby Lake)
AI MODIFIED Beim M710 kommen Prozessoren der 6. und 7. Generation zum Einsatz, wie etwa der Core i5-7500T oder der i7-7700T. Die maximale Kernzahl bleibt zwar weiterhin bei 4 Kernen und 8 Threads stehen. Die CPUs arbeiten aber mit deutlich höheren Taktraten und dem etwas schnelleren DDR4-2400 Arbeitsspeicher. Ein Setup mit mehreren Containern für verschiedene Netzwerkdienste läuft auf diesem System spürbar runder als auf dem Vorgänger. Die deutlich stärkere integrierte GPU der Intel 7. Generation erlaubt einen besseren Einsatz als Konsolenemulator und zugleich besseren Codec-Support für z.B. Jellyfin-Transcoding.
M720 - Intel 8./9. Generation (Coffee Lake/Coffee Lake Refresh)
AI MODIFIED Der M720 vollzieht den einzigen echten Mehrkern-Sprung innerhalb dieser drei Generationen. Die Prozessoren der 8. und 9. Generation, beispielsweise der Core i5-8500T bis hin zum seltenen Core i9-9900T, liefern bis zu 8 Kerne und 16 Threads. Das Mainboard nutzt den B360-Chipsatz und schnelleren DDR4-2666 Speicher. Das macht den Rechner zur klaren ersten Wahl für Proxmox-Setups, wenn zugleich mehrere Desktop-VMs gehostet werden sollen. In der Praxis betreiben ambitionierte Homelab-Nutzer auf einem M720q erfolgreich OPNsense mit zahlreichen weiteren Containern im Dauerbetrieb. Ein nützliches Detail am Rande: Der verbaute Intel I219 Netzwerkchip läuft sehr stabil mit Proxmox.
RAM und Storage - wo die drei Generationen wirklich unterschiedlich sind
RAM-Grenzen - 32 GB als Herstellerobergrenze, 16 GB als Praxis-Minimum
Offiziell deckelt der Hersteller den Arbeitsspeicher aller drei Generationen bei 32 GB. Diese Angabe bezieht sich auf die von Lenovo ausgelieferten Konfigurationen. Real laufen die kompakten Computer auch mit bis zu 64 GB Arbeitsspeicher. Sollen mehrere Desktop-VMs und Dutzende LXCs parallel laufen, benötigen Sie für Ihr Lenovo Tiny ein RAM-Upgrade. In der Community haben sich 16 GB übereinstimmend als absolutes Praxis-Minimum etabliert. Denken Sie daran, rechtzeitig passenden DDR4-Arbeitsspeicher in den Warenkorb zu legen. Mehr Hintergrundwissen finden Sie in unserem Beitrag, wie viel RAM Sie für Ihr Homelab wirklich brauchen.
M.2-Storage - SATA-only, NVMe oder PCIe-Erweiterung
Genau hier lauert der am meisten unterschätzte Storage-Fallstrick.
- Der M.2-Slot des M700 unterstützt lediglich SATA-SSDs. Nutzer kaufen eine NVMe-SSD, die zwar mechanisch in den Steckplatz passt, vom Chipsatz jedoch nicht erkannt wird.
- Der M710 ist da schon deutlich flexibler und nimmt M.2-SATA oder die erheblich schnelleren PCIe-NVMe-SSDs auf.
- Der M720 bietet neben dem M.2-Slot auch einen echten PCIe-3.0-x8-Erweiterungsslot, was eine zweite NVMe-SSD über einen Adapter ermöglicht.
Alle drei Modelle können über einen optionalen, internen HDD-Caddy ein 2,5" Laufwerk aufnehmen.
Ein wichtiger Hinweis für DIY-NAS-Projekte:
Beim M720 schließen sich ein 2,5-Zoll-Laufwerk und eine gesteckte PCIe-Erweiterungskarte gegenseitig aus. Über Community-Modifikationen am Gehäuse ist der parallele Einsatz von beiden Optionen möglich. Ein aktuelles Beispiel findet sich hier:
norbertas.com - Turning Lenovo M720q Tiny into a 3-SSD TrueNAS box
Homelab-Einsatzszenarien - welches Modell für welchen Zweck?
AI MODIFIED Die Wahl des richtigen Modells hängt komplett von Ihrem geplanten Setup ab. Schauen wir uns an, welcher Lenovo Tiny für Ihr Home-Lab-Projekt am besten geeignet ist.
Einsatz-Szenarien und Empfehlungen auf einen Blick
| Einsatzzweck | Empfehlung | Mindestkonfiguration | Grund |
|---|---|---|---|
| Home Assistant direkt | M700 | 8 GB RAM, SSD | günstigster Einstieg |
| Home Assistant unter Proxmox | M710q | 16 GB RAM, NVMe | bessere Storage-Anbindung |
| mehrere VMs und Container | M710q oder M720q | 32 GB RAM, NVMe | mehr CPU-Kerne |
| DIY-Firewall | M720q | PCIe-Riser, passende NIC | interner PCIe-Slot |
| Standard-NAS mit USB-Storage | M710q oder M720q | NVMe plus externe Laufwerke | flexible Anbindung |
| internes Multi-SSD-NAS | M720q modifiziert | Riser, Adapter, Gehäuseumbau | kein Standardaufbau |
Home Assistant Host
Suchen Sie einen reinen, alleinstehenden refurbished Mini PC Home Assistant Host, kommen Sie mit 4 bis 8 GB RAM wunderbar aus. Der M700 ist für dieses Szenario der preislich attraktivste Einstieg. Nutzen Sie Proxmox als Unterbau bzw. als Hypervisor, lassen sich auch Zusatzdienste wie AdGuard, Pi-hole oder umfangreiche Automationen einbinden. Dafür sind 16 GB Arbeitsspeicher die weitaus vernünftigere Wahl.
Bleibt es nur bei sehr wenigen Diensten oder nur wenigen LXCs, die gehostet werden, dann genügt ggf. schon ein gebrauchter Thin Client PC.
Bei allen drei Modellen aus dem Vergleich kann der M.2-WLAN-Slot für eine Google Coral TPU oder HAILO-8L NPU genutzt werden.
Proxmox oder Kubernetes-Cluster
Die Kombination ThinkCentre M720q und Proxmox passt hervorragend zusammen. Für Virtualisierungen mit mehreren Desktop-VMs sollten Sie mind. 32 GB Arbeitsspeicher einplanen. Besonders der M720 wird hier wegen der zusätzlichen CPU-Kerne ganz klar bevorzugt. Ein gängiges Praxisbeispiel verdeutlicht das Potenzial: Home Assistant VM, Windows 11 und 3-4 Linux-Umgebungen gemeinsam auf einem M720q via Proxmox-VMs bei gerade einmal 15 Watt Idle-Verbrauch.
Wollen Sie dagegen einen günstigen Kubernetes-Cluster aufbauen, können Sie beruhigt zu den günstigeren M710 greifen. Hier kommt es nicht mehr auf die Rechenleistung der einzelnen Node an, sondern darauf, möglichst kostengünstig das gesamte Setup zusammenzustellen.
DIY-NAS
Wer einen flinken Mini PC als NAS betreiben möchte, greift zum M720q. Der PCIe-Erweiterungsslot macht hier den entscheidenden Unterschied. Mit einem speziellen PCIe-Riser-Adapter lässt sich mit einfachem Basteleinsatz ein drittes Laufwerk zusätzlich zum 2,5-Zoll-Schacht und dem M.2-Slot nachrüsten. Einige technikbegeisterte Nutzer haben ihren M720q auf diese Weise erfolgreich mit drei SSDs zu einer kompakten TrueNAS-Box umgebaut.
DIY-Firewall und -Router
Auch hier punktet der M720 Tiny mit seinem PCIe-Slot. Damit lassen sich Low-Profile-Netzkarten nachrüsten, beispielsweise 4x Gigabit-LAN oder 2x SFP+. Der native LAN-Port kann als Management-Port eingesetzt werden. Damit steht dem Einsatz mit OPNsense oder pfSense nichts mehr im Wege. Aufgrund der PCIe-Karte ist es zu empfehlen, das übliche 65W-Netzteil gegen eines mit 90W oder 135W zu ersetzen, je nachdem, welches Sie eher zur Hand haben.
Wichtiger Hinweis, der für alle Optionen gilt: Für die bestmögliche Performance sollte der RAM im Dual-Channel-Modus laufen. Daher sollten zwei SO-DIMM Laptop-RAM-Riegel verbaut sein.
Kaufberatung: Stromkosten, Lüfter, Windows 11, Retro-Gaming und Garantie
AI MODIFIED Ein paar Fakten, welche Ihnen die Kaufentscheidung erleichtern sollten:
- Der Idle-Verbrauch aller drei Minis liegt im Bereich von 6-9W (je nach Ausstattung und verwendetem Betriebssystem).
- In der Regel sind die Lüfter sehr leise. Jedoch können diese mit der Zeit verdrecken oder das Lager nimmt einen kleinen Schaden, was zu deutlich hörbaren Lüftergeräuschen führt. Ist dies störend, muss der Lüfter getauscht werden.
- Offizielle Windows-11-Eignung bringt lediglich der M720 Tiny mit.
- Steht kein LAN zur Verfügung, dann achten Sie vor der Bestellung auch auf die WLAN-Ausstattung. Nicht jedes Leasingrückläufer-Gerät hat ab Werk ein WLAN-Modul verbaut. Dies lässt sich zwar nachträglich nachrüsten, zieht aber zusätzliche Kosten nach sich.
- Der wichtigste Vertrauensfaktor für Erstkäufer bleibt jedoch die Garantie. Ein geprüfter Zustand und eine verlässliche Gewährleistung reduzieren das finanzielle Risiko gegenüber dem Kauf von Privatpersonen enorm. Bei RAM-König bekommen Sie 12 Monate Garantie auf unser gesamtes refurbished Mini PC-Sortiment.
Retro-Gaming und Emulation
Sind Sie darauf aus, ein paar alte Konsolenspiele erneut aufleben zu lassen? Dazu sind prinzipiell alle drei Geräte gut geeignet. Es kommt darauf an, was genau emuliert werden soll.
- M700: Bis hin zur N64 und PlayStation 1 kann er alles bewältigen. PlayStation-2-Spiele wird er aber nur mit Mühe packen.
- M710: Die Intel-GPU dieser Generation ist etwas stärker und ermöglicht auch die Wiedergabe von PlayStation-2- und PlayStation-Portable-Spielen.
- M720: Die integrierte Intel UHD 630 schafft es, einige PlayStation-2-Spiele wiederzugeben. Der Vorteil liegt aber erneut beim PCIe-Slot. Ausgestattet mit einer dedizierten Grafikkarte, können darauf sogar PlayStation-3-Spiele flüssig gespielt werden.
Worauf sollte man noch vor dem Kauf achten?
- Ist das Netzteil enthalten?
- Nur falls WLAN ausgestattet ist: Ist WLAN samt Antenne enthalten?
- Ist ein 2,5-Zoll-Caddy verbaut?
- Der PCIe-Riser ist beim M720 in der Regel nicht enthalten, kalkulieren Sie den Nachkauf ein, falls Sie diesen benötigen.
- Wird der Tiny mit einer SATA- oder NVMe-SSD ausgeliefert? Gerade frühere M720q-Modelle kamen häufig mit einer 2,5" SSD auf den Markt.
- Sind ein oder zwei RAM-Module verbaut?
- Welche CPU ist konkret eingebaut?
- Welche Zustandsklasse hat das Gerät?
- Welche Garantiebedingungen gelten? Bei RAM-König sind diese transparent einsehbar.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Lenovo M700, M710 und M720
Weiterführende Links rund um die Themen Lenovo Tinys & refurbished Mini PCs:
- Vergleich der Lenovo ThinkCentre Tiny M720q, M920q und M920x Tinys
- Vergleich der Lenovo ThinkCentre Tiny M710q, M910q und M910x
- Vergleich der Lenovo Mini PCs: ThinkCentre M70q vs. M75q vs. M90q
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